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Naturalstrafe
Es gibt Momente, da möchte man im Boden versinken, die Schuld auf nicht genommene Medizin schieben oder einfach nur die Zeit zurückdrehen. Einen solchen Moment durfte ich heute miterleben, bzw. selbst verursachen.
Die Erklärung: Am Wochende hatte ich zwei Termine für die Zeitung. Einer davon sollte aktuell in der Montagsausgabe veröffentlicht werden. Dummerweise schickte ich falschen der beiden Berichte zum Sonntagsdienst. Ein fataler Fehler, der mir erst kurz vor sieben Uhr auffiel)
In Panik rief ich also meinen Kollegen an und fragte nach, wie lange die Kollegen noch in der Redaktion sitzen. Voller Hoffnung, dass der Fehler nicht auffällt (was natürlich totaler Quatsch ist), verspreche ich also dem Kollegen in der Sonntagsredaktion, den 80-Zeiler noch schnell zu schreiben. Eine halbe Stunde sollte ich dazu Zeit haben. Doch sobald ich den Hörer aufgelegt hatte, stieg die Panik weiter. Unter normalen Umständen wäre dieses Zeitlimit kein Problem gewesen. Allerdings unterschätzte ich den Druck, der immer stärker wurde, meine Hände zittern ließ und meine Wangen rot anschwellen ließ. “Scheiße, was habe ich da nur wieder verbockt!”
Zum Glück und natürlich auch zur Steigerung meiner peinlichen Gerührtheit rief eine viertel Stunde später (Stand: 60 Zeilen) ein Redakteur an, um mir die Nachricht zu übermitteln, dass der andere Text veröffentlicht wird. 1000 Steine purzeln nach und nach von meinem Herzen und ich wollte mehr und mehr vor Scham sterben.
Wie gehe ich jetzt mit der Situation um? Erste Maßnahme: ich muss mich bei meinen Kollegen für das Chaos entschuldigen. Zweite Maßnahme: Fehlernachbereitung. Es gibt ein Dokument mit einer Liste, die ich führe. Dort schreibe ich auf, was ich falsch gemacht habe. Also keine Kleinigkeiten, aber gravierende Fehler wie zum Beispiel eine alt eingesessene Päda-Lehrerin als Referendarin zu degradieren. All diese Fehler entschuldige ich persönlich und schreibe Strategien auf, um eben solche zu vermeiden. Das sind zumeist einfache Sätze wie: “beim nächsten Mal logisch nachdenken” oder “nicht alles auf ein Mal, sondern lieber nacheinander machen”.
In der Regel verschaffen mir diese Fehleranalysen ein besseres Gefühl. Heute ist das jedoch anders. Deshalb habe ich beschlossen, mich hiermit an den Pranger zu stellen (@kysira: bitte auf die Finger hauen). Im Moment habe ich keine gute Meinung von mir, was mir eine gerechte Strafe für mein Vergehen scheint… eine “Naturalstrafe”, wie ein Richter es einmal treffend in einer Verhandlung nannte. (Dieses Wort wollte ich schon lange anbringen.)
What the frak?!
Was machen die Autoren einer US-amerikanischen SciFi-Serie wenn es im eigenen Land offensichtlich verpönt ist, das durchaus gängige Schimpfwort “fuck” zu benutzen?
Sie erfinden ein neues und machen aus fuck einfach frak!
Geniale Idee: You motherfraker… frak you!
Zu Beginn eines aus Grey’s Anatomy
So McDreamy was doing the McNasty with a McHottie. That McBastard.
(George zu Meredith im Aufzug)