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Griechisch für Noobs
Endlich habe ich es geschafft mich zu überwinden eine neue Sprache zu lernen. Alles was ich über Griechenland und die Griechen weiß, beschränkt sich vermutlich auf ihr Essen und Google-Maps, sowie Wikipedia. Gerade fing ich an mich mit den ersten Hindernissen der Sprache auseinanderzusetzen, da rief sie mich an.
Nach ein paar Sätzen passierte es dann: „Sag mal, du weißt schon, dass die griechischen Frauen Damenbärte haben?“ Bang. Das wars. Meine bis dahin noch voller Begeisterung und Neugierde gefüllte Phantasie, wurde blitzartig von Rasiergeräuschen und Oberlippenbärten heimgesucht.
Jaja. So schnell kanns gehen. Aber selbst wenn, wie schlimm kann es schon sein? Es gibt da nur eine Lösung: So lange googeln bis eine attraktive Griechin gefunden wurde und dann zufrieden mit dem weitermachen womit ich vor Kurzem aufgehört habe.
Ein fremder Autor, der der Autorin dieses Weblogs nicht allzu fremd ist.
Flucht vor der Vergangenheit: Kein Platz für die Erinnerung
Sie suchte Schutz und fand ein Leben, in dem ihre bitteren Erinnerungen nicht weichen wollten: Fatima Mirembe musste als politisch Verfolgte aus ihrer Heimat fliehen. Viele Jahre hat sie nach ihrer Flucht gebraucht, um ihr Schicksal zu verarbeiten.
Wenn Asylbewerber nach Deutschland kommen, suchen sie Schutz. Die Flüchtlinge werden in einem Heim untergebracht, wo sich mehrere von ihnen ein karg eingerichtetes Zimmer mit Hochbetten teilen. Zu der beengten Wohnsituation kommen in vielen Fällen schmerzhafte Erinnerungen an die Heimat. So erging es auch Fatima Mirembe, als sie mit 15 Jahren und ihrem halbtoten Baby im Arm in Deutschland Zuflucht suchte. Bei Minusgraden stand sie am Flughafen in Frankfurt und besaß nichts außer dem Kleid und den Sandalen, die sie am Körper trug. Erleichtert war sie, als sie in einHeim für Asylbewerber in der Nähe von Karlsruhe ziehen konnte. Doch die Unsicherheit wollte nicht weichen. Fatima fühlte sich eingeengt und fürchtete sich vor den Männern in Uniform, die überall präsent waren.
Tritte gegen den Bauch der Schwangeren
Sobald sich einer der Polizisten bewegte, zuckte sie zusammen und fürchtete jedes Mal, geschlagen zu werden. In Uganda hatten Soldaten die hochschwangere Fatima eines Nachts aus ihrem Haus entführt und im Gefängnis solange gegen ihren Bauch getreten, bis die Wehen einsetzten. Sie musste Gewalt erleiden, die eigentlich ihrem Mann galt. Er war auf der Flucht vor der Regierung, weil er gegen diese opponiert hatte. Die Soldaten wollten herausfinden, wo er sich versteckte. Doch Fatima kannte die Wahrheit über ihren Mann selbst nicht. Sie wusste nur, dass er sie im Stich gelassen hatte. Im Gefängniskrankenhaus gebar sie ihren Jungen und konnte anschließend mit Hilfe ihrer Mutter fliehen.
„Meine Alpträume verrieten mich“
Heute lebt Fatima in Deutschland. „Die erste Zeit war sehr schwer für mich. Ich musste zwei Jahre lang zu einer Psychologin gehen und bekam starke Medikamente gegen meine Angstzustände.“ Als Fatima anfing zu arbeiten, begann für sie ein neues Leben. „Es gab keinen Platz für alte Erinnerung. Ich war ständig arbeiten, weil ich als alleinerziehende Mutter mein Kind ernähren musste.“
Nach einigen Jahren lernte sie ihren jetzigen Mann kennen. Doch er ahnte nicht, was Fatima in ihrem Leben schon durchmachen musste. Die beiden waren scheinbar glücklich verheiratet. Was sie erlebt hatte, erfuhr er erst, als sie erneut schwanger wurde. Denn mit der Schwangerschaft holten sie die alten Erinnerungen ein. „Ich bekam nachts schreckliche Alpträume, die mich an meine erste Entbindung und die damit verbundenen Qualen erinnerten.“ Schließlich musste sie sich vor ihrem ahnungslosen Mann rechtfertigen, der bis dahin lediglich spürte, dass seine Frau nicht jedem Menschen sofort vertraute und eine skeptische Natur besaß.
Schwangerschaft als Krise
„Gerade bei Opfern von Gewalttaten entsteht durch eine Schwangerschaft ein großes Unsicherheitsgefühl,“ erklärt die Trauma-Beraterin Karin Griese. „Die traumatischen Erinnerungen kommen aus den hintersten Ecken des Gedächtnisses hervor und bewirken einen Kontrollverlust, dem viele Frauen nicht gewachsen sind.“ Die Soziologin Karin Griese arbeitet für die Organisation Medica Mondiale mit Flüchtlingen, die ihre Erlebnisse oftmals jahrelang verdrängen. „Wenn diese unkontrolliert wieder zum Vorschein kommen, können sie die Opfer völlig aus der Bahn werfen.“
Darum sei es wichtig, die Frauen zu stabilisieren und ihnen Sicherheit zu vermitteln. So können ein erneutes Trauma und ein Rückzug aus dem Leben verhindert werden. „Das bedeutet auch, dass die Frauen zunächst verstehen müssen, warum ihr Körper auf einen bestimmten Auslöser reagiert.“ Nur so können Frauen lernen, in einer Schlüsselsituation die Kontrolle zu behalten und sich zu beruhigen. „Oft können Folteropfer wie Fatima Mirembe die Erlebnisse erst dann aufarbeiten, wenn dieser Schritt geschafft ist.“
„Ich brauchte Liebe und Geborgenheit“
Fatima wusste nicht, wie es weitergehen sollte. Sie hatte Angst vor der bevorstehenden Geburt und auch die Gespräche mit ihrem Frauenarzt und die Besichtigung eines Geburtshauses konnten ihr die Angst nicht nehmen. Die Alpträume wollten nicht aufhören. Ihr war klar, dass sie etwas unternehmen musste. Doch zum Psychologen wollte sie nicht gehen. „Ich wollte nicht wieder diese starken Psychopharmaka schlucken. Die haben mich schon in der ersten Therapie nur noch depressiver gemacht.“
Fatimas Mann erzählte ihr eines Abends, dass er eine Idee habe, die ihr helfen könne. Er meinte, sie würde sich vielleicht besser fühlen, wenn sie jemandem ihre Geschichte erzähle. Er gab Fatima die Telefonnummer von einem Verlag. „Ich dachte nicht lange darüber nach und meldete mich dort. Eine Woche später hatte ich einen Vertrag vor mir liegen – und das ohne Manuskript!“ Kurz darauf nahm sie allen Mut zusammen und traf sich mit einer Journalistin, die ihre Geschichte schreiben sollte. „Als ich meinem Mann und der Journalistin über mein Leben in Uganda erzählte, konnten sie nicht fassen, was ich durchmachen musste.“ Es tat ihr leid, dass ihr Mann eine Frau geheiratet hatte, die er eigentlich nicht kannte. Trotzdem war das Buch die rettende Lösung für Fatima. „Ohne die Idee meines Mannes wäre ich jetzt nicht glücklich.“
Fatima arbeitet mittlerweile ehrenamtlich im Altersheim. „Jetzt kann ich all das geben, was ich damals selbst gebraucht hätte: Liebe und Geborgenheit. Diese Menschen sind genau wie ich, als ich diese schwere Zeit durchlebt habe, in Not.“
P.S.: Mit einer gekürzten Version dieses Textes habe ich mich bei der WAZ-Zeitungsgruppe als Volontärin beworben. Drückt mir die Daumen!
Dankeschön für das großartige Exklusiv-Interview, Fatima. Deine offenen Worte haben dem Text Leben eingehaucht und ihn damit einmalig gemacht. Ich hoffe, die Menschen sind neugierig geworden und werden dein Buch kaufen.
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