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Firefly: Mit Colt durchs Weltall

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Nachdem mir nun klar geworden ist, dass es tatsächlich noch Leute gibt, die sich hin und wieder hierher verirren, folgt nun der Content:

Diesen Beitrag widme ich einer Serie, die meiner Meinung nach viel zu schnell in das Nirvana der abgesetzten Fernsehserien übergehen musste. Das wäre mit ein bisschen mehr Feingefühl in den ersten Episoden (und im Pilot) nämlich gar nicht nötig gewesen.

Aber erstmal eine grobe Beschreibung:  Firefly ist keine klassische Science-Fiction-Serie, worin Menschen in die weite Galaxie reisen und auf Außerirdische treffen. Solche gibt es dort erst gar nicht. Vielmehr hat sich der Produzent Joss Whedon in eine Zukunft gewagt, wo die Menschheit sich im All ausgebreitet hat und Siedlungen entstanden sind, die an den wilden Western erinnern. Die Allianz herrscht, etwa wie das Imperium in Star Wars, über die meisten Gebiete. In den so genannten Randgebieten versucht die Crew der Firefly sich mit Schmuggel über Wasser zu halten. Die Crew an sich ist sehr interessant zusammengewürfelt und besteht aus ein paar Kleinkriminellen und einem Söldner. Ständige Gäste sind eine Kurtisane (die im wilden Firefly-Westen gesellschaftlich sehr hoch angesehen ist), einem Reverent, einem Doktor und seiner verrückten, hochintelligenten Schwester. Mehr zur Handlung gibt es auf Wikipedia.

Im Großen und Ganzen erinnert die Serie oft an alte Westernfilme, was der Serie meiner Meinung nach ein großes Potential gibt/gab, denn noch nie zuvor hatte jemand die Idee, einen Western ins All zu verlegen.

Woran es bei der Umsetzung haperte waren wohl die unterschiedlichen Vorstellungen vom Sender Fox und Serien-Macher Joss Whedon (heißt es zumindest bei Wikipedia). Während sich Fox eine aktionreiche Serie wünschte, lieferte Whedon anscheinend zu viel an komplexen gesellschaftlichen Strukturen. Kombiniert ergab dieses Konstrukt im Pilotfilm und in den ersten Episoden ein Serien-Todesurteil: Ohne den sozialen Hintergrund der Gesellschaft zu erklären, beginnt der Pilot mit einem Gefecht, das eher an einen schlechten Kriegsfilm als an eine Science-Fiction-Serie erinnert. Denn man weiß nicht wo man ist und bekommt auch nach einer Stunde Kampf keine Erklärung über den Sinn des Gefechts. Da fragt man sich: Warum zum Teufel sieht eine Science-Fiction-Serie im ersten Moment wie ein schlechter Kriegsfilm aus (der zudem nur die komplexe Soziale Struktur andeutet und es verpasst sie zu erklären). Das geht in den ersten zwei Episoden weiter: Der Zuschauer wird im Stich gelassen und bekommt nur durch einen Wikipedia-Artikel Infos über die Handlung.

Hätte mich mein Freund nicht zum Weitergucken überredet, hätte ich in diesem Moment ausgeschaltet (habe ich übrigens auch im ersten Anlauf). Trotzdem muss ich sagen, dass ich die Serie mit jeder weiteren Episode immer lieber mochte und die gesamte Serie in unserem Regal darauf wartet, in spätestens einem Jahr noch mal geguckt zu werden.

Da geht es mir übrigens wie vielen anderen Fans, die sich wenigstens ein Ende für ihre Serie gewünscht hatten und dies mit dem Film Serenity auch bekommen haben. Aber auch hier wurde die Umsetzung der Handlung wieder einmal nicht gerecht. In weiteren Staffeln wären diese Charaktere zweifellos besser aufgehoben gewesen, Herr Rupert Murdoch.

Übrigens finde ich auch sehr interessant, dass im Universum zwei Sprachen gesprochen werden: Englisch und Chinesisch (weshalb ich die Serie ausnahmsweise lieber in der deutschen Fassung sehe). Chinesische Einschübe verwirren echt.

Shinfo: Joss Whedon war auch Produzent der Serien Buffy-Im Bann der Dämonen und Angel-Jäger der Finsternis (wer sich noch dran erinnern kann). Auch witzig und aus Whedons Feder: Dr. Horrible’s Sing-Along Blog mit Neil Patrick Harris (bekannt aus der Sitcom How I met you mother).

Geschrieben von kasias

März 17, 2011 um 5:40 pm

Veröffentlicht in Die Mattscheibe

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