Europawahl 2009

Hier ist ein Link für alle die nicht wissen, wen sie am Sonntag wählen sollen.

Nimmt einem die Entscheidung zwar nicht, ist aber gut wenn man Standpunkte vergleichen will.

Juni 4, 2009. 1. Keine Kommentare.

15 Stunden und 31 Minuten vor der Diplomabgabe:

Jetzt ist es fast geschafft: Meine Diplomarbeit liegt gedruckt und gebunden an einem sicheren Ort und wartet darauf morgen von mir abgegeben zu werden.

Aber wie so oft, gibt es auch jetzt mal wieder einige – sagen wir – Komplikationen. Fangen wir mit der Silberhochzeit meiner Eltern an (wo das Übel seinen Lauf nahm). Im Grunde ist eine Silberhochzeit nichts Schlimmes. Man sieht seine verschollen geglaubten Verwandten wieder, tauscht Kindheitserinnerungen aus und betrinkt sich. Letzteres hatte fatale Folgen, wie sich am nächsten Morgen herausstellte. Denn erst als ich ohne die Wirkung des Alkohols aufwachte, bemerkte ich einen penetranten Schmerz in meinem rechten Knie. Ich denke nur: “Ups, das kommt wohl vom kleinen Ausrutscher beim Limbo tanzen.” Und hier verkompliziert sich die Sache: Nun sitze ich in A…en fest und kann nicht Auto fahren.

Das Ende vom Lied: Mein Cousin bringt mich morgen nach Dieburg, damit ich meine Diplomarbeit überhaupt abgeben kann.

Juni 2, 2009. Das Diplom, Das Dorf. Keine Kommentare.

Griechisch für Noobs

Endlich habe ich es geschafft mich zu überwinden eine neue Sprache zu lernen. Alles was ich über Griechenland und die Griechen weiß, beschränkt sich vermutlich auf ihr Essen und Google-Maps, sowie Wikipedia. Gerade fing ich an mich mit den ersten Hindernissen der Sprache auseinanderzusetzen, da rief sie mich an.

Nach ein paar Sätzen passierte es dann: „Sag mal, du weißt schon, dass die griechischen Frauen Damenbärte haben?” Bang. Das wars. Meine bis dahin noch voller Begeisterung und Neugierde gefüllte Phantasie, wurde blitzartig von Rasiergeräuschen und Oberlippenbärten heimgesucht.

Jaja. So schnell kanns gehen. Aber selbst wenn, wie schlimm kann es schon sein? Es gibt da nur eine Lösung: So lange googeln bis eine attraktive Griechin gefunden wurde und dann zufrieden mit dem weitermachen womit ich vor Kurzem aufgehört habe.

April 17, 2009. Der Campus, Die Uni. 3 Kommentare.

Die armen Verbindungen…?!

Wenn man bei Studentenverbindungen anruft und um einen Pressetermin bittet, ist die erste Reaktion oft so: “Sry aber wir haben mit Journalisten schlechte Erfahrungen gemacht.” Deshalb frage ich mich jetzt ernsthaft: haben wir euch wirklich so missverstanden, ihr armen, armen Verbindungen?

Mein Verstand antwortet: Nein. Denn wenn ihr nichts zu verbergen habt, warum lasst ihr mich dann nicht in eure heiligen Hallen!

April 4, 2009. Schlagworte: , , . Das Diplom, Der Campus, Journalismus. 1 Kommentar.

Wo wir gerade beim Thema Angst wären…

Vor ein paar Tagen hat die Mama meines Nachhilfeschülers Nachwuchs gekriegt. Das ist erstmal ne schöne Sache. Wenn sie allerdings mir, die noch nie ein Baby auf dem Arm hatte, das Ding Baby in die Hand drückt, sieht das plötzlich ganz anders aus. Denn ich gestehe, ich habe Angst. Nicht nur das kleine niedliche Ding kaputt zu machen, sondern auch weil es nicht sprechen kann. Ich muss dazu sagen, dass ich eigentlich ziemlich gut mit Kindern kann – solange sie mit mir reden.

Ein Baby kann sich meiner Meinung nach schlechter ausdrücken als ein Welpe… und das ist wirklich gruselig.

März 31, 2009. Schlagworte: , , . Schicksale, Semesterferien. 1 Kommentar.

Die Angst vorm Schreiben

Es gibt nichts Schlimmeres als vor einem leeren Word-Dokument zu sitzen und nicht zu wissen, was du jetzt schreiben sollst. Die Notizen liegen vor mir, alles ist bereit. Wenn da nicht dieser Staub wäre.

Das Regal hat einen weißen Schimmer und Krümel kleben unter den nackten Füßen fest. Okay, es macht mich wahnsinnig. Ich stehe energisch auf und fange an meine Wohnung zu putzen. Eine Stunde ist vergangen (nicht wundern: meine Wohnung ist sehr, sehr klein). Jetzt kann’s ja endlich losgehen. Hoch motiviert setze ich mich erneut an den Schreibtisch und sehe es schon wieder vor mir: die leere Word-Seite.

Wie soll ich bloß? Was soll ich bloß? Worum geht’s noch mal in dem Artikel? Ich habs vergessen. Ein Blackout der feinsten Art. Der Verdrängungsprozess ist in vollem Gange. Wie es weiter geht? Keine Ahnung. Ist aber höchst wahrscheinlich im Buch “Unter Druck” zu finden. Geschrieben von einer meiner Professorinnen (Prof. Dr. Friederike Herrmann).

Lese es am besten erstmal ne Weile – so zur Inspiration (versteht sich).

März 30, 2009. Das Diplom, Journalismus. 3 Kommentare.

Zu Beginn eines aus Grey’s Anatomy

So McDreamy was doing the McNasty with a McHottie. That McBastard.

(George zu Meredith im Aufzug)

März 30, 2009. Zitate. Keine Kommentare.

Erpresse dein Kind!

Der Schock steht mir wahrscheinlich noch in den Augen. Gerade habe ich erfahren, dass der kleine Bruder meines Freundes erbarmungslos von seinen Eltern erpresst wurde. Grund: er wollte sich Geld für ein Motorrad leihen.

Die Bedingung, die seine Ma alias meine Schwiegermutter ihm stellte, war keine geringere als die, dass er sich für den Schützenverein im Dorf anmelden sollte. Besonders krass, weil “der Kurze” nämlich nichts davon hält wenn Heranwachsende bis Männer in den “besten” Jahren; bis Männer, die ihre besten Jahre längst hinter sich haben, in Uniformen zum Radetzki-Marsch durchs Dorf marschieren. Langer Satz, kurzer Sinn: da er in den Verein eingetreten ist, haben seine Eltern ihm das Geld geliehen.

Besonders ärgerlich an der Sache: “der Kurze” hatte am zweiten Tag nachdem er das Ding zugelassen hatte, einen Unfall. Das Motorrad ist total schrott.

März 29, 2009. Das Dorf, Der Moralapostel, Schicksale, The Guys. Keine Kommentare.

Wahre dein Gesicht (chinesische Weisheit)

Die chinesische Weisheit “Wahre stets dein Gesicht” besagt eigentlich folgendes: Zeige deine Gefühle nicht nach außen und handle stets ehrenhaft. Ein Widerspruch?

Denn wenn man in eine Situtation käme, in der die Wahrheit den anderen verletzen könnte, verändert sich die Sicht der Dinge und man kommt ins Schwanken. Doch falls der andere merkt, dass man ihn anlügt muss man sich fragen: Was ist denn verletzender? Zu bemerken, dass man belogen wird, dass kein Vertrauensverhältnis besteht oder kurz vor den Kopf gestoßen zu werden?

Eine unangenehme Wahrheit auszusprechen zeugt von Ehre und darum geht es in der chinesischen Weisheit (übrigens auch in vielen arabischen Kulturen).

Das Problem an der ganzen Sache mit dem Lügen ist ja im Kern, dass du dadurch ein schönes Bild von dir selbst nach außen transportierst. Klingt erstmal gut und ohne Haken. Bedenkst du aber, dass du dich durch Schwächen sympathisch machst und Freunde findest, hilft dir das Lügen nicht wirklich. Wer hilft dir sonst wenn du traurig bist, wer hört dir zu wenn deine Fassage nicht dein wahres Gesicht zeigt?

Fazit: Die Wahrheit zu sagen ist nicht einfach. Doch wenn man es macht, zeigt das von großer Ehre und du kannst stolz auf dich sein. Außerdem: die Wahrheit kommt immer raus.

März 29, 2009. Der Moralapostel, Schicksale, Semesterferien. Keine Kommentare.

Flucht vor der Vergangenheit: Kein Platz für die Erinnerung

Sie suchte Schutz und fand ein Leben, in dem ihre bitteren Erinnerungen nicht weichen wollten: Fatima Mirembe musste als politisch Verfolgte aus ihrer Heimat fliehen. Viele Jahre hat sie nach ihrer Flucht gebraucht, um ihr Schicksal zu verarbeiten.

Wenn Asylbewerber nach Deutschland kommen, suchen sie Schutz. Die Flüchtlinge werden in einem Heim untergebracht, wo sich mehrere von ihnen ein karg eingerichtetes Zimmer mit Hochbetten teilen. Zu der beengten Wohnsituation kommen in vielen Fällen schmerzhafte Erinnerungen an die Heimat. So erging es auch Fatima Mirembe, als sie mit 15 Jahren und ihrem halbtoten Baby im Arm in Deutschland Zuflucht suchte. Bei Minusgraden stand sie am Flughafen in Frankfurt und besaß nichts außer dem Kleid und den Sandalen, die sie am Körper trug. Erleichtert war sie, als sie in einHeim für Asylbewerber in der Nähe von Karlsruhe ziehen konnte. Doch die Unsicherheit wollte nicht weichen. Fatima fühlte sich eingeengt und fürchtete sich vor den Männern in Uniform, die überall präsent waren.

Tritte gegen den Bauch der Schwangeren
Sobald sich einer der Polizisten bewegte, zuckte sie zusammen und fürchtete jedes Mal, geschlagen zu werden. In Uganda hatten Soldaten die hochschwangere Fatima eines Nachts aus ihrem Haus entführt und im Gefängnis solange gegen ihren Bauch getreten, bis die Wehen einsetzten. Sie musste Gewalt erleiden, die eigentlich ihrem Mann galt. Er war auf der Flucht vor der Regierung, weil er gegen diese opponiert hatte. Die Soldaten wollten herausfinden, wo er sich versteckte. Doch Fatima kannte die Wahrheit über ihren Mann selbst nicht. Sie wusste nur, dass er sie im Stich gelassen hatte. Im Gefängniskrankenhaus gebar sie ihren Jungen und konnte anschließend mit Hilfe ihrer Mutter fliehen.

„Meine Alpträume verrieten mich“

Heute lebt Fatima in Deutschland. „Die erste Zeit war sehr schwer für mich. Ich musste zwei Jahre lang zu einer Psychologin gehen und bekam starke Medikamente gegen meine Angstzustände.“ Als Fatima anfing zu arbeiten, begann für sie ein neues Leben. „Es gab keinen Platz für alte Erinnerung. Ich war ständig arbeiten, weil ich als alleinerziehende Mutter mein Kind ernähren musste.“

Nach einigen Jahren lernte sie ihren jetzigen Mann kennen. Doch er ahnte nicht, was Fatima in ihrem Leben schon durchmachen musste. Die beiden waren scheinbar glücklich verheiratet. Was sie erlebt hatte, erfuhr er erst, als sie erneut schwanger wurde. Denn mit der Schwangerschaft holten sie die alten Erinnerungen ein. „Ich bekam nachts schreckliche Alpträume, die mich an meine erste Entbindung und die damit verbundenen Qualen erinnerten.“ Schließlich musste sie sich vor ihrem ahnungslosen Mann rechtfertigen, der bis dahin lediglich spürte, dass seine Frau nicht jedem Menschen sofort vertraute und eine skeptische Natur besaß.

Schwangerschaft als Krise
„Gerade bei Opfern von Gewalttaten entsteht durch eine Schwangerschaft ein großes Unsicherheitsgefühl,“ erklärt die Trauma-Beraterin Karin Griese. „Die traumatischen Erinnerungen kommen aus den hintersten Ecken des Gedächtnisses hervor und bewirken einen Kontrollverlust, dem viele Frauen nicht gewachsen sind.“  Die Soziologin Karin Griese arbeitet für die Organisation Medica Mondiale mit Flüchtlingen, die ihre Erlebnisse oftmals jahrelang verdrängen. „Wenn diese unkontrolliert wieder zum Vorschein kommen, können sie die Opfer völlig aus der Bahn werfen.“

Darum sei es wichtig, die Frauen zu stabilisieren und ihnen Sicherheit zu vermitteln. So können ein erneutes Trauma und ein Rückzug aus dem Leben verhindert werden. „Das bedeutet auch, dass die Frauen zunächst verstehen müssen, warum ihr Körper auf einen bestimmten Auslöser reagiert.“ Nur so können Frauen lernen, in einer Schlüsselsituation die Kontrolle zu behalten und sich zu beruhigen. „Oft können Folteropfer wie Fatima Mirembe die Erlebnisse erst dann aufarbeiten, wenn dieser Schritt geschafft ist.“

„Ich brauchte Liebe und Geborgenheit“

Fatima wusste nicht, wie es weitergehen sollte. Sie hatte Angst vor der bevorstehenden Geburt und auch die Gespräche mit ihrem Frauenarzt und die Besichtigung eines Geburtshauses konnten ihr die Angst nicht nehmen. Die Alpträume wollten nicht aufhören. Ihr war klar, dass sie etwas unternehmen musste. Doch zum Psychologen wollte sie nicht gehen. „Ich wollte nicht wieder diese starken Psychopharmaka schlucken. Die haben mich schon in der ersten Therapie nur noch depressiver gemacht.“

Fatimas Mann erzählte ihr eines Abends, dass er eine Idee habe, die ihr helfen könne. Er meinte, sie würde sich vielleicht besser fühlen, wenn sie jemandem ihre Geschichte erzähle. Er gab Fatima die Telefonnummer von einem Verlag. „Ich dachte nicht lange darüber nach und meldete mich dort. Eine Woche später hatte ich einen Vertrag vor mir liegen – und das ohne Manuskript!“ Kurz darauf nahm sie allen Mut zusammen und traf sich mit einer Journalistin, die ihre Geschichte schreiben sollte. „Als ich meinem Mann und der Journalistin über mein Leben in Uganda erzählte, konnten sie nicht fassen, was ich durchmachen musste.“ Es tat ihr leid, dass ihr Mann eine Frau geheiratet hatte, die er eigentlich nicht kannte. Trotzdem war das Buch die rettende Lösung für Fatima. „Ohne die Idee meines Mannes wäre ich jetzt nicht glücklich.“

Fatima arbeitet mittlerweile ehrenamtlich im Altersheim. „Jetzt kann ich all das geben, was ich damals selbst gebraucht hätte: Liebe und Geborgenheit. Diese Menschen sind genau wie ich, als ich diese schwere Zeit durchlebt habe, in Not.“

P.S.: Mit einer gekürzten Version dieses Textes habe ich mich bei der WAZ-Zeitungsgruppe als Volontärin beworben. Drückt mir die Daumen!

Dankeschön für das großartige Exklusiv-Interview, Fatima. Deine offenen Worte haben dem Text Leben eingehaucht und ihn damit einmalig gemacht. Ich hoffe, die Menschen sind neugierig geworden und werden dein Buch kaufen.

Hier gehts zum Buch.

März 24, 2009. Schlagworte: , , , . Die Uni, Schicksale. Keine Kommentare.

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